„Im eigenen kleinen Betrieb kann ich meine Kreativität so richtig ausleben.“

Was gibt es schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen? Diesen Traum hat sich Monika Bernhard in der „Mosterei Bernhard“ im beschaulichen Steinach bei Leuchtenberg erfüllt.

Original aus der Nordoberpfalz

Schon als Kind half sie den Eltern bei der Obsternte und beim Keltern. Nach dem Realschulabschluss und  einem Fachpraktikum an der bayerisch-österreichischen Grenze stand für sie der künftige Beruf fest: Sie absolvierte die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik als eines von wenigen Mädchen in Weihenstephan.  Anschließend sammelte Monika in Keltereien und Brennereien in Rosenheim und am Chiemsee weitere Praxiserfahrungen.

Aber schon bald merkte die Fruchtsaftexpertin, dass sie zurück in den Landkreis NEW wollte, um den elterlichen Betrieb daheim fortzuführen und auszubauen. Ansporn dabei war vor allem die Möglichkeit, dabei ihre Kreativität auszuleben, was als Angestellte in einem großen Betrieb weniger möglich wäre. Deshalb pendelte sie an den meisten Wochenende nach Hause und wurde von ihren Eltern bereits seit Jahren in alle wichtigen Entscheidungen mit einbezogen. Um noch mehr Kompetenzen, insbesondere in betriebswirtschaftlichen Aspekten zu erlangen, ließ sich Monika noch zur Getränkebetriebsmeisterin in München weiterbilden. 2018 kehrte sie schließlich nach Steinach zurück, wo der Hof von den eigenen weitläufigen Streuobstwiesen malerisch umrahmt wird.

Das umfangreiche Sortiment an Säften, Likören, Bränden, Sirups und Marmeladen wird neben dem Hofladen auch über verschiedene Märkte verkauft. Inzwischen stehen die Glasflaschen auch in einigen regionalen Supermärkten im Regal. Die Kunden wissen die hervorragende Qualität der regionalen Produkte zu schätzen und hätten in den letzten Jahren ein Bewusstsein dafür entwickelt, was Hofläden leisten. Dazu haben der Naturpark „Nördlicher Oberpfälzer Wald“ und die Marke „Original Regional aus der Nordoberpfalz“ beigetragen. Inzwischen hat die Familie auch eine offene Brennerei eingerichtet und eine neue Brotzeitküche ist in Planung. Monika bietet nämlich seit Neuestem auch Eventabende mit interessanten Erklärungen zum Brennprozess, leckeren Brotzeiten und natürlich eigenen Getränken an. Außerdem hat sie inzwischen auch neue Produkte kreiert: Der Gurkensirup aus Gurke, Ingwer und Zitrone ist mit Wasser verdünnt gerade bei heißem Wetter der ideale Durstlöscher.

„Die Menschen in der Nordoberpfalz sind einfach aufgeschlossener.“

Auf die Frage nach Hobbys überlegt Monika: „Ich habe eine gewisse kreative Ader – ich zeichne gerne und gestalte auch unsere Flyer und Etiketten.“ Ansonsten liebe sie ihren Beruf so sehr, dass dieser auch ihre Lieblingsbeschäftigung das ganze Jahr über ist: Im Frühjahr gibt es Beeren für Marmelade, im Sommer Obst für Säfte, im Herbst steht Maischen auf dem Programm und im Winter wird gebrannt. Da wird es nie langweilig. „In Oberbayern hab ich mich nie richtig zu Hause gefühlt“, lässt die 27-Jährige in ihre damalige Gefühlswelt blicken. Eigentlich war sie ja auch nie richtig weg. „Die Oberpfälzer sind einfach aufgeschlossener und offener. Dass man sich beispielsweise beim Zoigl einfach zu Fremden mit an den Tisch setzt, sowas wäre in Oberbayern unvorstellbar“, weiß Monika heute. Ihre Heimatliebe hat inzwischen auch ihren Freund überzeugt: Der CNC-Fräser aus Rosenheim möchte demnächst ebenfalls nach Steinach ziehen und kann sich als Fachkraft wohl einen von vielen attraktiven Arbeitgebern in NEW aussuchen.